Herzlich Willkommen

02.06.2017

Frohe Pfingsten!

Herzlich Willkommen - Frohe Pfingsten!Vor wenigen Jahren:
Ein Koreaner hatte in der Gaststätte in dem kleinen Ort Ballersbach übernachtet.
Am nächsten Morgen wollte sein Auto nicht anspringen.
Meine Nachbarin hörte, wie er wieder und wieder versuchte zu starten.
Sie hatte eine Vermutung, woran es liegt,
und erklärte ihm: „Das ist die Wegfahrsperre!“
Der Koreaner verstand nicht.
Das Wort „Wegfahrsperre“ wäre für ihn schon in lupenreinem Hochdeutsch eine Herausforderung gewesen.
Doch eingefärbt in den hiesigen Dialekt, war es für ihn völlig unverständlich.
Was also tun?
Die Frau bat um den Autoschlüssel,
betätigte mehrmals den elektronischen Türöffner,
und beim nächsten Startversuch sprang der Wagen sofort an.
Der Gast aus Asien atmete erleichtert durch und fuhr winkend davon.
Später erzählte mir die Nachbarin von der morgendlichen Rettungsaktion.
Wir lachten herzhaft, und ich dachte auch:
Das ist eine kleine Pfingstgeschichte!

Zuerst verhindert eine babylonische Sprachverwirrung aus Koreanisch, Deutsch und Dialekt, dass ein Problem gelöst werden kann.
Doch dann kommt der Geistesblitz,
und über alle Sprachgrenzen hinweg kann dem Mann geholfen werden.
Beim ersten Pfingstfest erlebten die Jünger in Jerusalem ganz ähnliches.
Sie waren nach Ostern zunächst sehr verängstigt.
Sie hatten sich eingeschlossen, trauten sich kaum vor die Tür
und hatten keine Ahnung, wie es mit ihnen weitergehen sollte.
Doch dann bekamen sie plötzlich neuen Mut.
Wie aus dem Nichts.
Sie öffneten die Türen,
sie taten hinaus auf die Straßen
und sie trauten sich:
Sie berichteten laut, was sie mit Jesus erlebten
und wie Gott ihn vom Tod auferweckte.
Damals waren Menschen aus aller Herren Länder in Jerusalem,
und alle verstanden ganz klar,
was Petrus und seine Freunde sagten.
Sie verstanden jedes Wort und ihr Herz wurde angerührt.
Sie konnten sich das nur so erklären:
„Gottes Geist fegte alle Sprachbarrieren hinweg.“

Das feiern wir an Pfingsten, an diesem Wochenende:
Gott sorgt dafür, dass Menschen einander verstehen
und dann miteinander Gott loben.
Ich hoffe sehr auf viele solcher Pfingstwunder!
Wie damals in Jerusallem.
Wie kürzlich in Ballersbach.
Mit der Sprache des Mundes, der Sprache des Herzens und der Sprache der Musik.
Unsere Welt braucht es so sehr, dass wir einander verstehen lernen.
Wir brauchen es alle so sehr, dass Sprachlosigkeit sich auflöst.
Selbst machen können wir das oft nicht.
Da braucht es schon Gottes Geist,
seine Impulse, seine Anstöße, seine Wunderkraft.
Gottes Geist möge uns viele große und kleine Pfingstwunder schenken!
Auch heute, auch an diesem Wochenende.


Text und Foto: Annegret Puttkammer






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